Projekt Lernen im Elektrohandwerk mit Künstlicher Intelligenz

Das Elektrohandwerk in Sachsen steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits wächst die Branche durch Digitalisierung, Energiewende und innovative Gebäudetechnik, andererseits fehlen immer mehr Fachkräfte und Auszubildende. Die klassische Ausbildung stößt an ihre Grenzen – die Anforderungen steigen, die Bewerberzahlen sinken, und die Vielfalt der Lernenden nimmt zu. Genau hier setzt das Projekt »Lernen mit KI im E-Handwerk« an. Ziel ist es, die Aus- und Weiterbildung im Elektrohandwerk grundlegend zu modernisieren und für alle Zielgruppen attraktiver und flexibler zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die individuelle Lernwege ermöglicht und die Integration digitaler Technologien in den betrieblichen Alltag unterstützt.

Projektziele

Das Projekt verfolgt das Ziel, ein KI-gestütztes Lernmanagementsystem (LMS) speziell für das Elektrohandwerk zu entwickeln und zu erproben. Dieses System soll es ermöglichen, Lerninhalte und -pfade individuell auf die Bedürfnisse und Vorkenntnisse der Lernenden abzustimmen – egal ob Auszubildende, Quereinsteiger, Frauen in technischen Berufen oder Menschen mit Migrationshintergrund. Auch das Ausbildungspersonal wird gezielt qualifiziert, um moderne, digitale Lernmethoden effektiv einzusetzen. So entsteht eine neue Lernkultur, die die Attraktivität der Ausbildung steigert, die Durchlässigkeit zwischen Bildungswegen erhöht und Unternehmen dabei unterstützt, flexibel auf den Wandel der Branche zu reagieren.

Lösungsansatz

Im Zentrum steht ein modular aufgebautes, KI-gestütztes Lernmanagementsystem, das gemeinsam mit Betrieben, Ausbildern und Lernenden entwickelt wird. Eine Ontologie-basierte Wissensdatenbank strukturiert alle relevanten Lerninhalte maschinenlesbar und bildet die Grundlage für personalisierte Lernpfade. Immersive Lernmedien wie Virtual und Augmented Reality machen komplexe technische Themen erlebbar und fördern die Motivation. Die Entwicklung erfolgt agil und nutzerzentriert: Unternehmen und Lernende bringen ihre Bedarfe und Erfahrungen ein, und das System wird kontinuierlich angepasst und erweitert. In der Pilotphase testen rund 30 Betriebe das System, bevor es als offene Plattform allen Unternehmen zur Verfügung steht.

Am Ende des Projekts steht ein rund um die Uhr zugängliches, KI-gestütztes Lernmanagementsystem, das flexibel und individuell genutzt werden kann. Lernende erhalten Zugang zu modularen, praxisnahen Lerninhalten in den Bereichen Energiewandlungssysteme, Gebäudesystemintegration und Ladeinfrastruktur. Mindestens drei immersive Lernwerkzeuge werden integriert, um das Lernen noch anschaulicher zu machen. Das Ausbildungspersonal wird umfassend qualifiziert, und es entstehen neue, zertifizierte Teilqualifikationen, die den Einstieg und Aufstieg im Beruf erleichtern. Die entwickelten Lösungen sind so gestaltet, dass sie auch auf andere Regionen und Gewerke übertragen werden können.


Das Projekt wird vom Elektrobildungs- und Technologiezentrum e. V. (EBZ) in Dresden koordiniert und gemeinsam mit starken Partnern umgesetzt: Das Fraunhofer IIS/EAS Dresden bringt seine Expertise in KI und Ontologie-Entwicklung ein, die Fachhochschule Dresden entwickelt immersive Lernmedien, das Bildungszentrum Lernen+Technik sorgt für didaktische und methodische Qualität, und SoftEd Systems ist für die technische Umsetzung der Plattform verantwortlich. Unterstützt wird das Projekt von regionalen Partnern wie dem Fachverband Elektro- und Informationstechnik Sachsen, Kreishandwerkerschaften, Berufsschulen und der Handwerkskammer Dresden. Diese enge Zusammenarbeit sichert Praxisnähe und einen effektiven Wissenstransfer.


Partner: Elektrobildungs- und Technologiezentrum e. V., Bildungszentrum Lernen+Technik gGmbH Dresden, Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme, SoftEd Systems Ingenieurgesellschaft für Software mbH, Fachhochschule Dresden