Viele Brücken und Verkehrswege in Deutschland sind in die Jahre gekommen. Gleichzeitig sind regelmäßige und flächendeckende Zustandsüberwachungen bislang oft zu teuer oder technisch aufwendig. Forschende arbeiten deshalb an neuen, kostengünstigen Lösungen, um Schäden früher zu erkennen und Infrastruktur langfristig sicherer zu betreiben.

Radarsensor des Fraunhofer IIS an einer Eisenbahnbrücke
© Fraunhofer IIS
Die verhältnismäßig kostengünstige Radarsensorik für autonome Fahrzeuge kann mit entsprechenden Anpassungen auch für infrastrukturelles Monitoring genutzt werden.

Der Teileinsturz der Carolabrücke in Dresden im September 2024 hat den Zustand vieler Bauwerke in Deutschland in den Fokus gerückt. Tausende Autobahnbrücken und große Teile des Schienennetzes gelten als sanierungsbedürftig, während kontinuierliche Überwachung bislang selten stattfindet – vor allem aufgrund der hohen Kosten klassischer Monitoring-Systeme.

Forschende des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS, Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme, entwickeln deshalb eine kostengünstige Alternative: Radarsensoren aus dem Automobilbereich, wie sie in Fahrerassistenzsystemen eingesetzt werden, sollen künftig auch Brücken und andere Bauwerke überwachen. Durch die Massenproduktion dieser Sensoren können die Kosten deutlich reduziert werden.

Für das sogenannte Structural Health Monitoring werden die Sensoren technisch angepasst und mit weiteren Messverfahren kombiniert. In einem Reallabor an einer Versuchsbrücke der Technischen Universität Dresden werden entsprechende Messkonzepte bereits getestet. Die Sensorik kann dabei kleinste Verschiebungen sowie Schwingungen erfassen und so frühzeitig Hinweise auf mögliche Schäden liefern.

Ziel der Forschung ist es, Bauwerke künftig effizienter zu überwachen, Sanierungsmaßnahmen besser zu planen und die Sicherheit der Infrastruktur langfristig zu erhöhen.