In unserer Serie #EASFaces stellen wir Ihnen die Menschen an unserem Institutsteil vor. Was treibt unsere Mitarbeitenden jeden Tag an, um für die Welt von morgen Forschung zu betreiben? Im Kurzinterview beantwortet Martin Neumann-Kipping unsere Fragen.

Martin Neumann-Kipping, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IIS

Stell dich bitte kurz vor und sag uns, wie lange du schon am Fraunhofer IIS in Dresden tätig bist. 

Ich bin Martin und ich arbeite seit April 2024, also etwas mehr als einem Jahr, am Fraunhofer IIS am Standort in Dresden in der Gruppe für Industrielle Datenanalysesysteme. Aktuell beschäftige ich mich mit dem Einsatz von digitalen Zwillingen für industrielle Prozesse. Als digitalen Zwilling verstehen wir das virtuelle Abbild von komplexen Systemen. Das können Maschinen oder ganze Produktionsanlagen sein. Hier laufen verschiedenste Daten und Informationsquellen zusammen und das erlaubt zum Beispiel die Analyse von Fehlern oder auch die Vorhersage von Betriebszuständen.

 

An welchen Themen arbeitest du bei uns im Haus?

Konkret geht es darum, Daten- und Wissenssilos abzubauen und über deren Vernetzung wertvolle Einblicke zu erlangen. Die Entwicklung und Implementierung eines solchen digitalen Zwillings erfordert jedoch viele verschiedene Blickwinkel auf die Prozesse. Welche Datenquellen gibt es? Welche Systemarchitektur passt zu den Systemen? Wie müssen die Daten semantisch beschrieben sein, um eine Vernetzung zu ermöglichen? Und nicht zuletzt: Welcher Mehrwert steckt eigentlich hinter diesem ganzen Aufwand? Und all das sind Fragen, mit denen wir uns hier beschäftigen. Und um das Thema und seine Chancen und Anforderungen erlebbar zu machen, sind wir im Rahmen des Anwendungs- und Testzentrum für Künstliche Intelligenz derzeit im Aufbau einer Demoproduktion in unseren Laborräumen. Und hier begleite ich die fachliche Projektleitung.

 

Was begeistert dich am meisten in deinem Job?

Am meisten begeistern mich zwei Dinge. Zum einen die anwendungsnahe und transferorientierte Ausrichtung hier bei Fraunhofer. Denn in meiner bisherigen akademischen Laufbahn hat dieses Thema eine untergeordnete Rolle gespielt. Hier ergibt sich damit eine ganz neue Perspektive, um nicht nur Probleme zu lösen, sondern gleich von Beginn an die wirtschaftliche Relevanz mitzudenken. Und zum anderen finde ich die vielfältigen Möglichkeiten des industriellen Einsatzes von Künstlicher Intelligenz extrem spannend. Als ausgebildeter Verfahrenstechniker macht es mir sehr viel Spaß, verschiedenste Prozesse von kleinen Produktionen bis zu großen verfahrenstechnischen Prozessen zu verstehen und dieses Wissen mit KI-Methoden und Anwendungen zu verknüpfen.

 

An welchen Themen siehst du dich in der Zukunft forschen?

Das Arbeiten mit digitalen Zwillingen ist für mich eine spannende Perspektive. Hier gibt es noch jede Menge Potenzial, um die Digitalisierung und den Einsatz von KI voranzubringen. Digitale Prozesse lassen sich schnell und automatisiert abbilden und maßgeschneiderte KI-Tools lassen sich leicht einführen. Hier gibt es noch jede Menge Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.