Pressemitteilung

17. Mai 2013

Automatisierte Lösungen zur Beleuchtung finden sich in vielen Häusern und Wohnungen. Das Forschungsprojekt EnKonSens will diese weiter optimieren und arbeitet an einem neuartigen intuitiven System zur elektronischen Lichtsteuerung. Kernstück sind innovative energieautarke Sensoren, die automatisch eine Situation im Raum erfassen können, um Lampen entsprechend zu steuern. Ergänzt durch besonders stromsparende Schaltungen, wird so der Energieeinsatz auf ein Minimum reduziert.

Smart Home
© EnOcean GmbH_ BSC-Computer GmbH
Mit energieautarken Funklösungen lassen sich Funktionen für das intelligente Zuhause künftig bequem über ein Smartphone oder Tablet bedienen.

Die künstliche Ausleuchtung von Räumen ist oftmals nicht ideal auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Bewohner abgestimmt. Automatisierte Lösungen können hier helfen und für verschiedene Szenarien angepasste Lichtsituationen erzeugen. Dadurch wird beim Arbeiten oder Erholen jeweils die Konzentration oder das Wohlbefinden optimal unterstützt. Außerdem werden so Sicherheitsrisiken minimiert, die zum Beispiel für ältere Menschen entstehen, wenn Lampen an Treppen und Schwellen störende Schatten werfen.

Im Projekt EnKonSens (Energieautarke Mobilität für kontextsensitive Gebäudeautomatisierung) arbeiten Partner aus Industrie und Wissenschaft daran, dass zukünftig Sensoren automatisiert erfassen, welche Beleuchtungssituation in Räumen gerade notwendig ist, damit diese dann besonders energiesparend erzeugt werden kann. Möchte ein Nutzer noch zusätzlich individuelle Einstellungen vornehmen, kann er das über eine Fernbedienung oder das Smartphone. Im Gegensatz zu vielen existierenden mobilen Lösungen zur Lichtsteuerung, die oft zahlreiche, in der jeweiligen Situation unnötige Bedienmöglichkeiten bieten, wird eine besonders nutzerfreundliche Schnittstelle zur Steuerung entwickelt. Beteiligt am Projekt sind neben dem Fraunhofer IIS/EAS und der Universität Kassel auch die Telefunken GmbH, die EnOcean GmbH und die BSC Computer GmbH. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt EnKonSens in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 2,4 Millionen Euro.

Die Partner werden in dieser Zeit unter anderem neuartige Bewegungsmelder erforschen, die zuverlässig die Position von Personen feststellen. Diese Funksensoren arbeiten ohne Batterie und gewinnen den notwendigen Strom durch sogenanntes Energy-Harvesting. Dabei wird Energie aus der Umgebung gewonnen, beispielsweise aus Bewegungen. So können fast wartungsfreie Systeme geschaffen werden, die zum Beispiel automatisiert für den Arbeitsbereich oder für das Sofa Lampen mit passender Beleuchtungsstärke und Lichtspektrum einschalten. Hält sich niemand im Zimmer auf, wird das Licht ausgeschaltet. Allein durch diese Maßnahmen kann Energie in erheblichem Maße eingespart und die Lebenszeit von Leuchtmitteln verlängert werden. Denn selbst LED-Leuchten altern mit zunehmender Nutzungszeit und benötigen dann für denselben Lichtausstoß bis zu 20 Prozent mehr Energie als zu Beginn ihres Einsatzes. Zusätzlich wird Energie durch die Entwicklung besonders effizienter Schalter und der dazugehörigen Schaltungskonzepte erreicht, mit denen Lampen gesteuert werden.

Um dem Benutzer des Systems dessen aktuellen Zustand und die weiteren Steuerungsmöglichkeiten transparent darzustellen, wird ein intuitives Bedienkonzept, zum Beispiel für eine Fernbedienung, erarbeitet. Intelligente Sensoren ermöglichen dabei, dass das System nur die in der jeweiligen Situation für den Nutzer relevanten Informationen anzeigt. So werden beispielsweise der Person, die sich im Schlafzimmer befindet, keine Bedienoptionen für das Wohnzimmer dargestellt. Diese intuitive Steuerungsmöglichkeit soll es auch in einer immer älter werdenden Gesellschaft ermöglichen, dass möglichst viele Menschen solche Systeme nutzen können.